Das Wichtigste vorneweg:

 

Demnächst gibt es nur noch einen Sportbootführerschein. Auf diesem werden die Geltungsbereiche "Binnen" bzw. "See" vermerkt.  Inhaltlich wird es keine Änderungen geben, es werden wie bisher getrennte Prüfungen für die beiden Geltungsbereiche durchgeführt.

 

Unsere Ausbildung wird sich aus heutiger Sicht nicht grundsätzlich ändern, da unsere Kurse bereits modular aufgebaut sind.

 


Neue Sportbootführerscheinverordnung ab 10. Mai 2017


NEUE SPORTBOOTFÜHRERSCHEINVERORDNUNG

Die neue Sportbootführerscheinverordnung wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur veröffentlicht und ist zum 10. Mai 2017 in Kraft getreten. Die Details findest Du hier.

 

EINE VERORDNUNG

 

Die beiden aktuellen Sportbootführerscheinverordnungen für den See- und den Binnenbereich wurden zu einer Verordnung zusammengefasst werden. Durch die Zusammenlegung wird es nur noch einen Sportbootführerschein geben, auf dem jedoch die Geltungsbereiche Binnenschifffahrtsstraßen und/oder Seeschifffahrtsstraßen vermerkt werden können.

 

SCHECKKARTENFORMAT

 

Der neue Führerschein wird, wie der Pkw-Führerschein, im Scheckkartenformat ausgestellt. Die Scheckkarte wird es allerdings noch nicht zum 10. Mai 2017, sondern voraussichtlich erst 2018, geben. Die Bundesdruckerei wird hierzu eine gewisse Vorlaufzeit benötigen. Bewerber müssen auch keine Angst davor haben, dass sie wochen- oder monatelang auf ihren Führerschein warten müssen. Es ist geplant, dass die Bundesdruckerei dem Bewerber den Führerschein innerhalb von zehn Tagen zugesendet haben muss. Während dieser zehn Tage können die Bewerber die Fahrerlaubnis mithilfe eines vorläufigen Sportbootführerscheins nachweisen, der direkt nach der Prüfung ausgestellt werden kann. Die bisherigen Führerscheine behalten natürlich ihre Gültigkeit.

 

VEREINFACHTES VERFAHREN

 

Die Bewerber um einen Sportbootführerschein können ihre Anträge auf Zulassung zur Prüfung in Zukunft bis zu einer Woche vor der Prüfung einreichen. Besteht ein Bewerber die Prüfung nicht im ersten Durchlauf, kann er sie schon am nächsten Tag wiederholen; ein vierwöchiges Abwarten zwischen Erst- und Wiederholungsprüfung ist nicht mehr notwendig.

 

Die theoretische und die praktische Prüfung können künftig auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten, und müssen nicht an einem Tag, absolviert werden. Bisher war dies nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich. So kann man z.B. die Urlaubsreise mit einer praktischen Sportbootführerscheinprüfung verbinden und die Theorie zu Hause ablegen. Es bleibt allerdings dabei, dass wenn nicht beide Teilprüfungen (Theorie und Praxis) innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden, die Prüfung als nicht bestanden gilt und man wieder von neuem beginnen muss.

 

Zukünftig können Prüfungen zum Erwerb des Sportbootführerscheins mit dem Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen (vormals SBF See) auch im Ausland abgenommen werden. Für den Sportbootführerschein-Binnen ist dies jetzt schon möglich.

 

20 METER – STATT 15

 

Voraussichtlich soll der Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen zum Befahren von Binnenschifffahrtsstraßen mit Sportbooten unter 20 Metern berechtigen; bisher durfte man nur Sportboot unter 15 Metern fahren. Die 20-Meter-Regelung gilt jedoch nicht auf dem Rhein, hier bleibt es bei unter 15 Metern. Auf den Seeschifffahrtsstraßen wird es weiterhin keine Längenbegrenzung geben. 

 

NEUE GEBÜHRENORDNUNG

 

Die Gebühren für den Sportbootführerschein werden für den Bewerber transparenter. Viele bedenken nicht, dass derzeit zu den Gebühren für die Prüfung noch die Nebenkosten hinzukommen, die individuell je nach Prüfung entstehen und auf die Bewerber umgelegt werden. Wie teuer der Schein am Ende ist, kann derzeit  bei der Beantragung der Zulassung noch gar nicht abgesehen werden.

 

Dies wird sich mit der neuen Verordnung jedoch ändern. Die Nebenkosten (Raum- und Reisekosten der Prüfer), die derzeit noch „on top“ bezahlt werden müssen, sind in den Gebühren nach der neuen Verordnung bereits enthalten. Es kommen nur die in der Verordnung ausgewiesenen, keine zusätzlichen Kosten, auf die Bewerber zu. Es steht für jeden also von Anfang an fest, welche Kosten auf ihn zukommen.

 

KEINE INHALTLICHEN ÄNDERUNGEN

 

Inhaltlich wird es keine Änderungen geben.

Die Ausbildungsstätten / Sportbootschulen müssen ihre Ausbildung daher nicht vollständig umkrempeln.

Die marginalen Änderungen betreffen vielmehr Begrifflichkeiten, aber nicht  den Ausbildungs- oder Prüfungsstoff.

 


Änderungen der Durchführungsrichtlinien zum SKS sowie SSS/SHS


Mit Wirkung ab dem 01. Januar 2017 hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die Durchführungsrichtlinien zum Sportküstenschifferschein (SKS) sowie zum Sportsee-/Sporthochseeschifferschein (SSS/SHS) geändert.

 

Insbesondere wurden die Bedingungen für die Abnahme der praktischen Prüfungen zum Erwerb des SKS und des SSS geändert.

 

In der praktischen Prüfung zum Sportküstenschifferschein (SKS) sind folgende Pflichtaufgaben enthalten:

  • zwei unterschiedliche Rettungsmanöver unter Segel, davon eines mit Motorunterstützung
  • Anlegen und Ablegen mit Antriebsmaschine
  • Wenden oder Halsen
  • Beidrehen/Beiliegen
    (alle vorgenannten Aufgaben müssen bei jeweils zwei Versuchen mit "ausreichend" bewertet werden)
  • ein weiteres Manöver unter Antriebsmaschine (z.B. Ankern oder Wenden auf engstem Raum) oder unter Segel (z.B. Segel setzen/bergen oder Ein-/Ausreffen)
    (1 von 2 Aufgaben müssen mit "ausreichend" bewertet werden)
  • je eine Aufgabe aus den Bereichen Seemannschaft, Wetter, Navigation sowie Motor/Elektrik/Gasanlage
    (3 von 4 Aufgaben müssen mit "ausreichend" bewertet werden)

In der praktischen Prüfung zum Sportseeschifferschein (SSS) sind folgende Pflichtaufgaben enthalten:

  • je eine Aufgabe aus dem Bereich Seemannschaft zu den Themen Rettungsmanöver, Notfallmanagement, Handhabung einer Yacht auf See oder im Hafen und Technik an Bord
  • je eine Aufgabe aus dem Bereich Navigation zu den Themen Seekarte/nautische Literatur, ECS und Radar
  • eine Aufgabe aus dem Bereich Wetterkunde
    (alle Aufgaben müssen mit "ausreichend" bewertet werden; es ist jeweils nur ein Versuch vorgesehen, die Wahl der Manöver sind im Einzelfall zu begründen und erläutern)

 

Details können über die folgenden Dokumente abgerufen werden:

 

Download
Durchführungsrichtlinien Sportküstenschifferschein (SKS)
aenderungen-rl-sks-2016.pdf
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Download
Durchführungsrichtlinien Sportsee-/Sporthochseeschifferschein (SSS/SHS)
aenderungen-rl-sss-shs -2016.pdf
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Veröffentlichung der Kartenaufgaben für den SKS


Die Kartenaufgaben und Lösungen zur Übungskarte D 49, die Teil der schriftlichen Prüfung zum Erwerb des Sportküstenschifferscheins (SKS) sind,  wurden im Oktober 2015  veröffentlicht.

 

Zu finden sind diese auf der Internetseite des Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice (ELWIS) der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in der Rubrik Freizeitschifffahrt/Führerscheininformationen. Mit folgendem Link ist diese Seite direkt erreichbar:

 

https//www.elwis.de/Freizeitschifffahrt/fuehrerscheininformationen/Navigationsaufgaben-SKS.pdf.

 


Neue Kartenaufgaben für den SKS


Die Kartenaufgaben als Teil der schriftlichen Prüfung zum Erwerb des Sportküstenschifferscheins werden sich ab dem 01. Oktober 2013  auf die Übungskarte D 49 beziehen (analog zum Sportbootführerschein-See). Dazu wird auch ein neues Begleitheft aufgelegt, das ab dem 01. Oktober 2013 erhältlich sein wird.

 

Für die Einführung der neuen Kartenaufgaben gilt eine Übergangsregelung bis zum 01. Mai 2014. Bis zum 30. April 2014 einschließlich haben die Bewerber die Wahl, ob Sie in der theoretischen Prüfung eine der bisherigen Kartenaufgaben basierend auf den Übungskarten D 30 und 1875 oder eine neue Kartenaufgabe nach der Übungskarte D 49 bearbeiten möchten.

 


Führerscheinfreigrenze bis 11,03 kW (15 PS)


Im Binnen- und Seebereich gilt seit dem 17. Oktober 2012  an eine Führerscheinpflichtgrenze von 11,03 kW (15 PS). Hierzu hat der Deusche Segler-Verband auf seiner Homepage (www.dsv.org) folgenden Wortlaut veröffentlicht:

 

"Im Bereich der Seeschifffahrtstraßen ist wie bisher ohne Altersgrenze das nicht gewerbsmäßige Führen eines Sportbootes mit einer Nutzleistung bis zu 3,68 kW (5 PS) zulässig. Die Aufsichtspflicht der Eltern bleibt unberührt. Bei einer Nutzleistung von 3,68 kW (5 PS) bis zu einer Nutzleistung von 11,03 kW (15 PS) muss der Schiffsführer mindestens 16 Jahre alt sein.

Ab einer Nutzleistung von 11,03 kW (15 PS) ist der Sportbootführerschein-See vorgeschrieben.

Auf den Binnenschifffahrtstraßen des Bundes mit Ausnahme des Rheins gilt die Altersgrenze von 16 Jahren auch für das fahrerlaubnisfreie Führen von Sportbooten bis zu 11,03 kW (15 PS) und unter 15 m Länge.

Ab einer Nutzleistung von 11,03 kW (15 PS) ist der Sportbootführerschein-Binnen vorgeschrieben.

Auf dem Rhein gilt unverändert die Fahrerlaubnispflicht für Sportboote mit einer Nutzleistung von mehr als 3,68 kW (5 PS). Zum Führen von Segelsurfbrettern im Binnenbereich ist kein Sportbootführerschein mehr erforderlich. Die Fahrerlaubnisregelungen für Landesgewässer und den Bodensee sind derzeit unverändert. Hamburg, 17. Oktober 2012
"

 


Reform der Sportbootführerscheine


Das Bundesverkehrsministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat die theoretische und praktische Prüfung für die Sportbootführerscheine vereinfacht. Überflüssige und praxisferne Wissensfragen wurden gestrichen, wichtige neue Aspekte, wie der Umweltschutz wurden integriert.

 

Die schriftliche Prüfung wurde auf ein modernes Antwort-Auswahl-Verfahren (Multiple Choice) umgestellt.

 

Bei der praktischen Führerscheinprüfung werden vor allem die Übungen zur Sicherheit an Bord verstärkt. Denn nur das sichere Beherrschen von Notsituationen kann Leben retten.

 

Die Führerscheinprüfungen nach den neuen Vorgaben werden seit dem 01. Mai 2012 abgenommen.